Unser RESSA-Mitglied Peter Schütte veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen auf unserer Facebook-Seite die Ergebnisse seiner stadthistorischen Forschungen.
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Mit der Wiedereröffnung des Restaurants „Drei Raben“ am 1. Mai 2026 begann ein neues Kapitel. Über 30 Jahre lang war das Haus fest mit dem Namen Koep verbunden. Doch seine Geschichte reicht viel weiter zurück – und führt tief in die Vergangenheit von Reeserward.

Im Jahr 1817 ziehen sie in langen Zügen den Rhein entlang – Familien mit wenigen Habseligkeiten, erschöpft, aber voller Hoffnung. Ihr Weg führt auch durch Rees. Hinter ihnen liegen Hunger und Not.
Zur Vorgeschichte

Rees hatte jahrhundertelang zum Herzogtum Kleve gehört. Als der letzte Herzog Johann Wilhelm 1609 ohne männlichen Erben verstarb, entbrannte ein Streit um die Erbfolge. Es gelang dem Kurfürsten von Brandenburg, seine Ansprüche durchzusetzen, was allerdings erst im Vertrag von Kleve von 1666 rechtskräftig wurde. Rees wurde somit brandenburgisch-preußisch.

Am 21. Januar 1818, einem Mittwoch, kam es in Rees zu einem schweren Unglück. Das „Sonntagsblatt“ meldete am 8. März 1818:
„Rees. Der Thurm auf der katholischen Pfarrkirche hier zu Rees bei Wesel, wurde, weil er schon seit langer Zeit baufällig war, ohnlängst abgebrochen. — Vier Menschen, welche daran arbeiteten, haben dabei ihr Leben verloren. — Der Thurm stürzte nämlich, während des Abbrechens, plötzlich zusammen.

Dass Rees heute gern besucht wird, ist nichts Neues. Schon im 19. Jahrhundert wurde unsere Stadt in Zeitungen, Reiseführern und Werbetexten als reizvoller Ort am Rhein beschrieben. Hotels und Gastwirte warben weit über die Region hinaus um Gäste. Dabei zeigt sich: Rees wurde immer wieder als attraktiv, altertümlich, ruhig und landschaftlich reizvoll wahrgenommen.

Die jetzige Fassung des Wappens von Rees stammt aus dem Jahr 1965. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) in der Sprache der Heraldik (Wappenkunde) lautet:
„In Rot ein silberner Schlüssel mit rechts gekehrtem Bart.“

In Berlin feiert Kaiser Wilhelm II. sein 25-jähriges Regierungsjubiläum. Im selben Jahr heiratet seine einzige Tochter Viktoria Luise. Noch einmal begegnen sich die europäischen Herrscherhäuser in festlicher Atmosphäre – ahnungslos, dass nur ein Jahr später die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ beginnen wird: der Erste Weltkrieg, in dem auch viele Reeser ihr Leben lassen müssen.
Doch wie sah dieses letzte Friedensjahr eigentlich in Rees aus?

In Berlin feiert Kaiser Wilhelm II. sein 25-jähriges Regierungsjubiläum. Im selben Jahr heiratet seine einzige Tochter Viktoria Luise. Noch einmal begegnen sich die europäischen Herrscherhäuser in festlicher Atmosphäre – ahnungslos, dass nur ein Jahr später die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ beginnen wird: der Erste Weltkrieg, in dem auch viele Reeser ihr Leben lassen müssen.
Doch wie sah dieses letzte Friedensjahr eigentlich in Rees aus?

Diesmal geht es um eine Klage gegen den früheren Besitzer von Haus Empel.
Im März 1931 berichtete der „Bote für Stadt und Land" über einen ungewöhnlichen Gerichtsprozess. Die Tochter des „Schlossherrn“ von Haus Empel verklagte ihren eigenen Vater auf Zahlung rückständigen Arbeitslohns. Der Artikel nennt die Beteiligten nicht namentlich; aufgrund der beschriebenen Verhältnisse dürfte es sich um Alfons Böcker (1879–1942) gehandelt haben.

Diesmal geht es um ein Verfahren gegen den früheren Besitzer von Haus Empel.
„Mein Mann leidet sehr unter der Ungerechtigkeit.“ Mit diesen Worten wandte sich Else B., wohnhaft auf Schloss Empel, am 12. Oktober 1940 an Rudolf Heß, den „Stellvertreter des Führers“. Ihr Mann Alfons B., Ortsbürgermeister und seit dem 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP, stand damals vor dem Ende seiner politischen Laufbahn.

Diesmal geht es um eine Geschichte von Gemeinschaft, Fortschritt und Verlust.
„Nachdem das Wasser nicht mehr schmecken wollte, beim Nachbar Döring Bier geholt, diskutiert, politisiert, geraucht, gesungen und getrunken.“