Reeser Geschichtsverein RESSA 1987 e. V.
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Willkommen in der Reeser Geschichte!

Der Reeser Geschichtsverein RESSA erforscht seit 1987 die Geschichte der Stadt Rees und ihrer Ortsteile, aber auch die Bedeutung der ältesten Stadt am unteren Niederrhein im Laufe der Jahrhunderte.

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Rinkieker.de

Die aktuellesten Nachrichten

PETERS POST: REES UND SEINE PUMPEN

Unser RESSA-Mitglied Peter Schütte veröffentlicht an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen die Ergebnisse seiner stadthistorischen Forschungen. Diesmal geht es um eine Geschichte von Gemeinschaft, Fortschritt und Verlust. „Nachdem das Wasser nicht mehr schmecken wollte, beim Nachbar Döring Bier geholt, diskutiert, politisiert, geraucht, gesungen und getrunken.“ Mit diesen Worten schildert das Reeser Pumpenbuch des Jahres 1859 eine Pumpenkirmes, wie sie damals in vielen Nachbarschaften gefeiert wurde. Die Pumpen waren weit mehr als bloße Wasserstellen. Sie bildeten das soziale Zentrum der Reeser Nachbarschaften. Hier holte man Wasser, tauschte Neuigkeiten aus, diskutierte über Politik und feierte gemeinsam. Die sogenannten Pumpengemeinschaften prägten über Generationen das gesellschaftliche Leben der Stadt. Wie eng die Menschen mit „ihrer“ Pumpe verbunden waren, zeigt der Bericht von 1859. Nachdem mehrere Jahre lang keine Pumpenkirmes mehr stattgefunden hatte, beschlossen die Nachbarn, die alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Tische, Stühle und Bänke wurden an der Pumpe aufgestellt. Als das Wasser schließlich „nicht mehr schmecken wollte“, besorgte Nachbar Döring Bier. Nachbar Lamers steuerte Backwerk und Zigarren bei, während Nachbar van der Ven junior auf der Harmonika spielte. Später wurden auch die Frauen und Töchter – „mit und ohne Krinoline (Reifrock)“ – hinzugeholt, und die Feier nahm erst richtig Fahrt auf. Geplaudert, gesungen, gelacht und getrunken wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Bericht vermittelt ein lebendiges Bild davon, welche Bedeutung die Pumpen einst für das Zusammenleben in Rees hatten. Doch was Mitte des 19. Jahrhunderts noch selbstverständlich war, galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend als überholt. Im General-Anzeiger vom 1. September 1926 wurde beklagt: „Eine Stadt ohne Wasserleitung ist Rees; hier erfolgt die Wasserversorgung noch in primitiver Weise durch Pumpen. Besonders unangenehm macht sich dies bei entstehenden Bränden bemerkbar.“ Zwei Jahre später erhielt Rees schließlich eine moderne Wasserleitung. Der technische Fortschritt brachte jedoch nicht nur Vorteile mit sich. Schon bald entbrannte Streit über die Kosten der neuen Wasserversorgung. In den Neuesten Nachrichten vom 16. Juli 1930 wurde kritisiert, dass vor allem Arbeiterfamilien unter den Gebühren in Höhe von 1,40 Reichsmark litten. Jede Familie musste mindestens vier Kubikmeter Wasser bezahlen. Viele wohlhabendere Haushalte verfügten jedoch weiterhin über eigene Pumpen und konnten einen Teil ihres Wasserbedarfs kostenlos decken. Der Verfasser fand dafür deutliche Worte: „Es ist hier die traurige Tatsache wie überall zu verzeichnen, daß der Hauptträger der Finanzierung der Wasserleitung die Arbeiterbevölkerung ist. Sie muß blechen!“ Besonders empörte ihn, dass ausgerechnet an der Wohnung des Bürgermeisters wieder eine neue Pumpe aufgestellt worden sei, während an anderen Stellen die alten Pumpen verschwanden. Entsprechend bissig schrieb er: „Wenn dem Bürgermeister, der doch gewiß ein gutes Einkommen hat, das Wassergeld schon zu viel ist, dann möchten wir empfehlen, darüber nachzudenken, was eine erwerbslose Familie macht.“ Die Einführung der Wasserleitung war damit nicht nur eine technische, sondern auch eine soziale und politische Frage. 1932 folgte schließlich das Ende vieler Reeser Pumpen. „Angeblich, weil die Wassergelder nicht pünktlich einkamen, hat die Stadtverwaltung Rees plötzlich und unerwartet die alten Pumpen [...] abbrechen lassen.“ Nicht alle waren damit einverstanden. In einem Zeitungsartikel wurde die Entscheidung als „aufs schärfste zu verurteilen“ bezeichnet. „Wenn es nun schon so war, daß die schlauen Reeser Bürger das Wassergeld nicht pünktlich bezahlten, weil sie dachten: ,Sperrt man mir das Wasser, dann hole ich es mir wieder aus den Pumpen‘, so brauchte man deshalb die Pumpen nicht abzubrechen, sondern dem Belangen der Stadt wäre Genüge geschehen, wenn man die Pumpen unbrauchbar gemacht hätte.“ Für den Verfasser waren die Pumpen weit mehr als bloße Gebrauchsgegenstände. Sie verliehen Rees einen „eigentümlichen, anheimelnden Reiz“ und gehörten ebenso wie die Pumpengemeinschaften zum unverwechselbaren Charakter der Stadt. Besonders beklagte er den Verlust der gewachsenen Nachbarschaften: „An der Pumpe hing die ganze Nachbarschaft, das heißt, durch die Pumpe wurde sie erst gebildet und aneinandergebracht.“ Noch wenige Jahre zuvor hatte die große Pumpenkirmes gezeigt, wie schön diese neu belebte Tradition war. Die Feiern der Pumpengemeinschaften seien, so die Zeitung, „echte Volksfeste“ gewesen und hätten die Nachbarn enger verbunden als vieles andere. Darüber hinaus galten die Pumpen als Schmuck des Stadtbildes und sogar als touristische Attraktion. Viele Ausflügler stillten hier ihren Durst, und manchem Stadtkind war es ein Erlebnis, wenn der Schwengel bewegt wurde und das Wasser in hohem Bogen aus der Pumpe schoss. So endete der Artikel mit einem wehmütigen Fazit: „Ein Stück alter Tradition ist verschwunden.“ Und schließlich: „In Zukunft darf man nun nicht mehr sagen: Rees mit seinen alten Pumpen! Schade!“ Ob die Pumpen auf Dauer eine Zukunft gehabt hätten, sei dahingestellt. Mit ihrem Abbruch verschwand jedoch mehr als eine Form der Wasserversorgung. Rees verlor einen vertrauten Treffpunkt, ein Stück Stadtbild und einen Teil seiner gewachsenen Nachbarschaftskultur - bis die Pumpen ab den 1980er-Jahren durch den Verkehrs- und Verschönerungsverein und durch mehrere Nachbarschaften zum Teil wieder aufgebaut wurden. Quellen: https://zeitpunkt.nrw/download/pdf/11398173.pdf https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/7450055?query=%22Pumpen%20Rees%22~20 https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/search/18115482?query=%22Pumpen%20B%C3%BCrgermeister%20Rees%22~20 https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/24045369?query=%22Denkmalschutz%20Rees%22~20 Bilder: RESSA
7. Juli 2026, 09:30 Uhr

SCHLAGZEILEN AUS DER VERGANGENHEIT

Die 61. Ausgabe des „Rinkiekers“ berichtete am 29. Juni 1979 unter anderem über die Pumpenkirmes, das Stiftungsfest der St.-Quirinus-Schützenbruderschaft und den Ausflug der Reeser Sportkegler. Die komplette Zeitung steht unter www.rinkieker.de/ausgaben Der Reeser Geschichtsverein RESSA veröffentlicht immer freitags um 7 Uhr eine neue, 47 Jahre alte Ausgabe der früheren Wochenzeitung.
3. Juli 2026, 17:35 Uhr

Fotos von Reeser Geschichtsverein RESSA 1987 e. V.s Beitrag

PETERS POST: DAS POLITISCHE ENDE DES SCHLOSSHERRN VON EMPEL „Mein Mann leidet sehr unter der Ungerechtigkeit.“ Mit diesen Worten wandte sich Else B., wohnhaft auf Schloss Empel, am 12. Oktober 1940 an Rudolf Heß, den „Stellvertreter des Führers“. Ihr Mann Alfons B., Ortsbürgermeister und seit dem 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP, stand damals vor dem Ende seiner politischen Laufbahn. Neun Jahre zuvor hatte er bereits durch einen Rechtsstreit mit seiner Tochter für Aufsehen gesorgt; nun war er auch mit seiner eigenen Partei in schweren Konflikt geraten. Auslöser war eine Beschwerde B.'s gegen den Ortsgruppenleiter der NSDAP in Empel-Millingen, Werner H. (geb. 16. Mai 1893). B. warf ihm unter anderem Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Firma Krupp in Empel vor. Kreisleiter Julius Kentrat wertete die Vorwürfe als Verleumdung und beantragte ein Parteigerichtsverfahren. B. reagierte empört: „Der Kreisleiter hat also gegen mich ein Parteigerichtsverfahren beantragt, weil ich um eine Unterredung mit ihm und dem Ortsgruppenleiter Pg. (Parteigenosse) H. gebeten habe. Vielleicht sind Sie so freundlich und teilen mir mit, was an meiner Bitte so ehrlos ist, dass man mich zum Angeklagten machen will.“ H. seinerseits zeichnete gegenüber dem Parteigericht ein wenig schmeichelhaftes Bild seines Gegners: „Pg. B. befindet sich seit geraumer Zeit in Opposition gegen alles, sei es in kommunalen Dingen, Reichsnährstand, Pol. Leiter ganz gleich.“ Vor dem Kreisgericht in Wesel wurden zahlreiche Empeler Parteimitglieder und Funktionsträger als Zeugen gehört, darunter auch Werner H. selbst. Schließlich lenkte B. ein: „Ich gebe zu, dass ich gefehlt habe und nehme meine Anschuldigungen gegen den Pg. H. restlos zurück.“ Das Kreisgericht stellte das Verfahren zunächst ein. In seiner Begründung hieß es, B. sei aufgrund seines körperlichen Zustandes „anscheinend leicht beeinflussbar“ und habe sein Fehlverhalten eingesehen. Gleichzeitig warf das Gericht ihm vor, unter dem Einfluss seiner Ehefrau gestanden zu haben, die gegenüber H. eine „gehässige Einstellung“ einnehme. Doch damit war die Angelegenheit nicht beendet. Kreisleiter Julius Kentrat legte Berufung ein: „Ich stehe auf dem Standpunkt, dass der Pg. B. für die Bewegung untragbar geworden ist und bitte um den Ausschluss dieses Mannes aus der Partei.“ Der Fall ging nun vor das Gaugericht. Die Verhandlung fand im Emmericher Rathaus statt. Währenddessen versuchte Else B. ihren Mann zu retten und schrieb einen eindringlichen Hilfebrief an Rudolf Heß. Vergeblich. Das Gaugericht schloss sich schließlich der Forderung der Parteiführung an und urteilte: „... da es unmöglich ist, dass die Hoheitsträger der Bewegung Freiwild für irgendeinen noch von der Partei eingesetzten Bürgermeister sind.“ Damit endete Alfons B.s Auseinandersetzung mit der NSDAP mit seinem Ausschluss aus der Partei. Der Fall zeigt exemplarisch, wie wenig Raum es im nationalsozialistischen Herrschaftssystem für Kritik an Parteifunktionären gab. Selbst ein langjähriger Bürgermeister konnte schnell ins Visier der Parteigerichte geraten, wenn er sich mit den örtlichen Machthabern anlegte. Quellen: Ausschluß des Pg. Alfons B., geb. 23.12. 1879, Landwirt in Empel (Kreis Rees), aus der NSDAP: https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FRW_0014%2F%7E002%2F00230%2Fmets.xml Bild Werner H.: NSDAP-Mitgliederkartei
3. Juli 2026, 17:05 Uhr

Fotos von Reeser Geschichtsverein RESSA 1987 e. V.s Beitrag

PETERS POST: DAS POLITISCHE ENDE DES SCHLOSSHERRN VON EMPEL „Mein Mann leidet sehr unter der Ungerechtigkeit.“ Mit diesen Worten wandte sich Else B., wohnhaft auf Schloss Empel, am 12. Oktober 1940 an Rudolf Heß, den „Stellvertreter des Führers“. Ihr Mann Alfons B., Ortsbürgermeister und seit dem 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP, stand damals vor dem Ende seiner politischen Laufbahn. Neun Jahre zuvor hatte er bereits durch einen Rechtsstreit mit seiner Tochter für Aufsehen gesorgt; nun war er auch mit seiner eigenen Partei in schweren Konflikt geraten. Auslöser war eine Beschwerde B.'s gegen den Ortsgruppenleiter der NSDAP in Empel-Millingen, Werner H. (geb. 16. Mai 1893). B. warf ihm unter anderem Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Firma Krupp in Empel vor. Kreisleiter Julius Kentrat wertete die Vorwürfe als Verleumdung und beantragte ein Parteigerichtsverfahren. B. reagierte empört: „Der Kreisleiter hat also gegen mich ein Parteigerichtsverfahren beantragt, weil ich um eine Unterredung mit ihm und dem Ortsgruppenleiter Pg. (Parteigenosse) H. gebeten habe. Vielleicht sind Sie so freundlich und teilen mir mit, was an meiner Bitte so ehrlos ist, dass man mich zum Angeklagten machen will.“ H. seinerseits zeichnete gegenüber dem Parteigericht ein wenig schmeichelhaftes Bild seines Gegners: „Pg. B. befindet sich seit geraumer Zeit in Opposition gegen alles, sei es in kommunalen Dingen, Reichsnährstand, Pol. Leiter ganz gleich.“ Vor dem Kreisgericht in Wesel wurden zahlreiche Empeler Parteimitglieder und Funktionsträger als Zeugen gehört, darunter auch Werner H. selbst. Schließlich lenkte B. ein: „Ich gebe zu, dass ich gefehlt habe und nehme meine Anschuldigungen gegen den Pg. H. restlos zurück.“ Das Kreisgericht stellte das Verfahren zunächst ein. In seiner Begründung hieß es, B. sei aufgrund seines körperlichen Zustandes „anscheinend leicht beeinflussbar“ und habe sein Fehlverhalten eingesehen. Gleichzeitig warf das Gericht ihm vor, unter dem Einfluss seiner Ehefrau gestanden zu haben, die gegenüber H. eine „gehässige Einstellung“ einnehme. Doch damit war die Angelegenheit nicht beendet. Kreisleiter Julius Kentrat legte Berufung ein: „Ich stehe auf dem Standpunkt, dass der Pg. B. für die Bewegung untragbar geworden ist und bitte um den Ausschluss dieses Mannes aus der Partei.“ Der Fall ging nun vor das Gaugericht. Die Verhandlung fand im Emmericher Rathaus statt. Währenddessen versuchte Else B. ihren Mann zu retten und schrieb einen eindringlichen Hilfebrief an Rudolf Heß. Vergeblich. Das Gaugericht schloss sich schließlich der Forderung der Parteiführung an und urteilte: „... da es unmöglich ist, dass die Hoheitsträger der Bewegung Freiwild für irgendeinen noch von der Partei eingesetzten Bürgermeister sind.“ Damit endete Alfons B.s Auseinandersetzung mit der NSDAP mit seinem Ausschluss aus der Partei. Der Fall zeigt exemplarisch, wie wenig Raum es im nationalsozialistischen Herrschaftssystem für Kritik an Parteifunktionären gab. Selbst ein langjähriger Bürgermeister konnte schnell ins Visier der Parteigerichte geraten, wenn er sich mit den örtlichen Machthabern anlegte. Quellen: Ausschluß des Pg. Alfons B., geb. 23.12. 1879, Landwirt in Empel (Kreis Rees), aus der NSDAP: https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FRW_0014%2F%7E002%2F00230%2Fmets.xml Bild Werner H.: NSDAP-Mitgliederkartei
3. Juli 2026, 16:58 Uhr

SCHLAGZEILEN AUS DER REESER VERGANGENHEIT

Die 62. Ausgabe des „Rinkiekers“ berichtete am 6. Juli 1979 unter anderem über Irmgard von Aspel, die Schützenfeste in Rees und Millingen sowie über ein neues Etablissement. Die komplette Zeitung steht unter www.rinkieker.de/ausgaben Der Reeser Geschichtsverein RESSA veröffentlicht immer freitags um 7 Uhr eine neue, 47 Jahre alte Ausgabe der früheren Wochenzeitung.
3. Juli 2026, 07:04 Uhr

LESUNG MIT DR. RAINER NEU IN DER STADTBÜCHEREI

Am Mittwoch, 24. Juni, stellte Dr. Rainer Neu, unterstützt durch seine Frau Marie-Paule Neu, in der Stadtbücherei Rees sein neues Buch „Heilige, Neuerer und ein Biest“ vor. Das Buch enthält 21 Aufsätze über historische Gestalten des Niederrheins, von denen der promovierte Theologe und Soziologe vier in Rees vorstellte. Eingeladen hatten der Reeser Geschichtsverein RESSA und die Stadtbücherei Rees. „Ich fange mit meiner Heimatstadt Wesel an“, erklärte der Autor und erzählte vom aktuellen Forschungsstand über Peter Minuit. Dieser werde häufig als Gründer und erster Bürgermeister von New York bezeichnet, doch Rainer Neu machte deutlich, dass vieles über Minuits Leben unbekannt ist und nach heutigem Stand in Frage gestellt werden müsse. „Tatsächlich wurde er erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Gründer New Yorks bezeichnet“, hat Neu herausgefunden. Dies geschah vermutlich vor dem Hintergrund, dass Minuits Geburtsstadt Wesel nach dem verlorenen Krieg versuchte, Beziehungen zur Siegermacht USA aufzubauen. Dabei konkurrierte Peter Minuit jedoch mit Peter Stuyvesant, der von einem Tabakkonzern als erster Bürgermeister New Yorks beworben wurde. Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass es tatsächlich Peter Minuit war, der 1626 der indigenen Bevölkerung das heutige Manhattan zu einem Spottpreis abkaufte. „Interessant ist, dass trotz des 400. Jahrestags in diesem Jahr weder in Wesel noch in New York an dieses Ereignis in besonderer Weise erinnert wird“, merkte Rainer Neu an. Auch bei Irmgard von Aspel, der zweiten historischen Persönlichkeit, die Rainer Neu in Rees vorstellte, hinterfragte er festgefahrene Mythen. „Es gibt keinen Nachweis, dass sie je offiziell von der Kirche heiliggesprochen wurde“, betonte er. Die Geschichten und Legenden über ihr Leben seien wahrscheinlich aus Überlieferungen mehrerer miteinander verwandten Frauen zusammengesetzt. Dennoch ist Irmgard von Aspel eine bedeutende Figur der Geschichte, alleine weil sie belegt, dass sich in Aspel eine der ältesten Burgstellen des Niederrheins befindet. Nach der Heiligen kam der Heiler, nämlich Emanuel Felke, der als evangelischer Pastor, aber vor allem als Heiler in Repelen bekannt wurde. „Felke setzte Ende des 19. Jahrhunderts auf Homöopathie und behandelte unzählige Menschen, meist ohne Honorar zu verlangen“, erzählte Rainer Neu. Dies führte unweigerlich zu Konflikten mit den Schulmedizinern, doch in mehreren Prozessen wurde Felke freigesprochen. Felke hat es nie geschafft, seine Erfahrungen und Lehren weiterzugeben, doch in Bad Sobernheim in Rheinland-Pfalz werden heute noch Felke-Kuren angeboten. Und wer war jetzt das Biest vom Niederrhein? Diesen unrühmlichen Titel verlieh Rainer Neu an Adela von Elten, die vor etwa 1000 Jahren starb. Sie war eine jüngere Tochter von Graf Wichmann, dem Gründer des Stifts Elten. Nach dem Tod ihrer Eltern beanspruchte sie ihr Erbe und überzog ihre ältere Schwester Liutgard, der ersten Äbtissin von Elten, und zahllose andere Adlige der Region mit Streitereien und Fehden. Auch ihre Ehen mit Graf Immed IV. und mit Balderich führten zu weiteren Besitzstreitigkeiten. „Leichen pflasterten ihren Weg“, musste Rainer Neu zugeben, bis Adela zwischen 1021 und 1028 in Köln starb und dort neben dem Dom beigesetzt wurde. Büchereileiter Thomas Dierkes dankte dem Autor im Namen der Stadtbücherei und des Reeser Geschichtsvereins RESSA für den kurzweiligen und informativen Nachmittag. Text: Thomas Dierkes / Fotos: Michael Scholten
30. Juni 2026, 04:45 Uhr
18
JUL

Führung über den Reeser Friedhof am Westring

Trauerhalle, Westring, 46459 Rees, ab 14:00 Uhr

1823 auf dem „Oranienbollwerk“ eingeweiht, war der Friedhof am Westring lange Zeit den Katholiken vorbehalten. 1971 wurde er als kommunale Einrichtung von der Stadt Rees übernommen. Da die erste Friedhofstour des Reeser Geschichtsvereins im November 2023 bei strömendem Regen stattfand, ist die erweiterte Neuauflage im Sommer 2026 hoffentlich mit besserem Wetter gesegnet. 

Treffen um 14 Uhr an der Trauerhalle. Nach dem Besuch ausgewählter Grabmale erfährt die Gruppe alles über die Bestattungskultur im Wandel der Jahrhunderte. Im Anschluss findet ein optionales gemeinsames Kaffeetrinken statt.

Die kostenlose Führung richtet sich an RESSA-Mitglieder und Gäste. Eine Anmeldung unter www.ressa.de/anmeldung ist erforderlich.

8
AUG

Führung durch Grieth mit Kaffeetrinken im Hanselädchen

Treffpunkt: REWE-Parkplatz, Westring, 46459 Rees, ab 14:00 Uhr

Kleiner Ort, große Geschichte: Seit dem 13. Jahrhundert bauten die Klever Grafen Grieth zu einem befestigten Hafen- und Handelsplatz aus. 1254 wurden die Stadtrechte verliehen, 1472 die Zoll- und Stapelrechte. 1540 erfolgte die Aufnahme in die Hanse. Seit 1969 ist Grieth ein Ortsteil von Kalkar. 

Bei einer Führung lernen die RESSA-Mitglieder die Gassen und Bauwerke des Ortes kennen, bevor im Hanselädchen (optional) Kaffee und Kuchen bereitstehen. Voraussichtlich beginnt die Tour am rechten Rheinufer in Grietherort, wenn die Gruppe mit der Fähre Inseltreue B nach Grieth übersetzt. Die Teilnahme kostet sechs Euro pro Person. Eine Anmeldung unter www.ressa.de/anmeldung ist erforderlich. Um 14 Uhr werden in Rees am Rewe-Parkplatz Fahrgemeinschaften gebildet.

16
SEP

Vortrag: Die Kölner Erzbischöfe Engelbert und Heinrich

Bürgerhaus, Markt 1, 46459 Rees, ab 19:00 Uhr

Die Reeser kennen den Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark vor allem, weil er ihnen am 14. Juli 1228 die Stadtrechte verlieh. Seit 1225 im Amt, nutzte Heinrich das erste Jahr seiner Macht aber auch, um die Mörder seines Vorgängers Engelbert von Berg jagen zu lassen. Dieser war am 7. November 1225 im heutigen Grevelsberg von einer Gruppe unter der Führung seines Verwandten Graf Friedrich von Isenberg ermordet worden. 

Dr. Jens Lieven von der Ruhr-Universität Bochum berichtet im Bürgerhaus über diesen frühmittelalterlichen Krimi und stellt die Lebensgeschichten der beteiligten Persönlichkeiten vor, deren persönliches Schicksal auch die Geschichte vieler Städte (Rees, Xanten, Rheinberg, Recklinghausen) beeinflusste. 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

19
SEP

Führung durch das Fort Pannerden in den Niederlanden

Treffpunkt: REWE-Parkplatz, Westring, 46459 Rees, ab 11:00 Uhr

Das Fort Pannerden, nur einen Steinwurf von Emmerich und Elten entfernt, gehört zu den größten seiner Art in den Niederlanden. Von 1869 bis 1872 wurde es am Zusammenfluss von Rhein und Waal erbaut und diente als Sperrwerk gegen einfallende Truppen. 

Im 20. Jahrhundert verfiel die Anlage und wurde sogar als Mülldeponie genutzt. Inzwischen kümmert sich die Stichting Fort Pannerden um die beeindruckende Festung und bietet geführte Touren an. 

Dieser Ausflug startet bereits um 11 Uhr vormittags. Auf dem Rewe-Parkplatz am Reeser Westring werden Fahrgemeinschaften gebildet. Diese Exkursion ist nur für RESSA-Mitglieder und deren Angehörige bestimmt. Der Preis beträgt 15 Euro pro Person (Kinder: 10 Euro), eine Anmeldung unter www.ressa.de/anmeldung ist erforderlich. 

Im Anschluss an die Führung ist ein gemeinsames Kaffeetrinken (optional) im Fort-Café geplant.

14
OKT

Vortrag: Die JASBA und weitere Reeser Betriebe

Bürgerhaus, Markt 1, 46459 Rees, ab 19:00 Uhr

Mit großen Hoffnungen für den Reeser Arbeitsmarkt wurde 1956 die Porzellanfabrik Niederrhein an der Ecke B 8 / Rauhe Straße eröffnet. Doch schon nach einem Jahr blieben die Brennöfen vorerst wieder kalt. Die Stadt hoffte auf einen neuen Investor und fand diesen in der Westerwälder Familie Schwaderlapp. So nahm die JASBA (ein Kunstwort aus dem Namen Jakob Schwaderlapp und dem ersten Firmensitz in Baumbach) 1957 ihren Betrieb auf. Zunächst wurde Porzellan gefertigt, ab 1959 begann der wirtschaftliche Aufschwung durch die Produktion von Spaltplatten. 

RESSA-Vize Michael Scholten zeichnet mit vielen Fotos die Geschichte der JASBA nach, im zweiten Teil des Vortrags folgen Infos zu weiteren Reeser Firmen. 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

18
NOV

Filmabend mit Clemens Reinders: „Niederrheiner erzählen“

Bürgerhaus, Markt 1, 46459 Rees, ab 19:00 Uhr

Clemens Reinders ist Buchautor, Filmemacher, Pädagoge und Halderner durch und durch. Schon als Student an der Kunstakademie Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität dokumentierte der 1962 geborene Lindendörfler mit Fotos, Filmen und Texten die Geschichte(n) seiner Heimatregion Niederrhein. Unvergessen sind seine WDR-Dokumentarfilme „Aspel: Ende einer Schulzeit“ und „Haldern: Wo die Linden rauschen.“

Für den Reeser Geschichtsverein RESSA stellt der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins Haldern nun eine Auswahl seiner besten lokalhistorischen Reportagen, Augenzeugenberichte und Buchbeiträge zusammen, um das Lebensgefühl der Niederrheiner im Wandel der Jahrzehnte zu beleuchten. 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sämtliche Termine finden Sie in der Rubrik VERANSTALTUNGEN.

Anmeldungen zu RESSA-Veranstaltungen unter Info / Anmeldung!

JUBILÄUM GYMNASIUM ASPEL

Das Gymnasium Aspel der Stadt Rees feiert Jubiläum. Die Festschrift zum Jubiläum legte Schulleiter Klaus Hegel in die Hände des Reeser Geschichtsvereins RESSA 1987 e.V. Es zeigt einen Streifzug durch 175 Jahre Schulgeschichte an zwei Standorten.

Das Buch ist in der Touristeninformation am Markt sowie in unserem Online-Shop erhältlich.

Bestellung unter www.ressa.de/shop. 

Auf dieser Seite möchten wir unsere Mitglieder und geschichtsinteressierte Gäste über aktuelle und künftige Aktivitäten des Vereins informieren und zugleich auf die Vorträge, Exkursionen und Feste der letzten drei Jahrzehnte zurückblicken.

Viel Vergnügen beim Stöbern und Staunen wünscht

der RESSA-Vorstand

Sämtliche Nachrichten finden Sie in der Rubrik AKTUELL.

Die nächsten Termine​​

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Empeler Straße 122
46459 Rees 

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